in view of

Hafenweg 22, Münster, 2017

Eine Skulptur im Treppehaus
20m x 4m
17 Leuchtstoffröhren
Dispersionsfarbe
MDF

Fläche - Layer - Raum. Zeichnung - Glasfassade - Architektur.

Zwischen diesen Polen entfaltet sich ein Spiel aus Form und Farbe,
das je nach Standpunkt des Betrachters eine neues Verständnis der
Dimensionen abverlangt. Aus einer kleinen Zeichnung, einer
Kombination aus farbigen Flächen und Linien, die einen ganz eigenen
Bildraum aufspannen, entwickelte Justyna Janetzek einen
skulpturalen Eingriff in das Treppenhaus. Aus den Linien wird eine
Reihe von Neonröhren im Fenster, aus der orangenen Form eine
Ummantelung des Aufzugschachtes. Die Arbeit schmiegt sich an die
Architektur an, setzt sich durch ihre Dynamik aber zugleich über
deren statische Form hinweg.

Der Ausstellungsraum steht wie eine übergroßer Schaukasten im
städtischen Raum. Hier wird die skulpturale Intervention zum
konstruktivistischen Dialog mit Fernwirkung, die Zeichnung auf
zwei Ebenen verteilt: die Glasfront und den Innenraum.
Janetzek arbeitet mit diesen Verschiebungen der Dimensionen
zwischen Ebene und Raum und fügt hier noch einen Zwischenschritt
ein, der wie ein Layering von Bildebenen wirkt, Fläche und Skulptur
zusammenbringt und Übergänge initiiert.

Text: Till Julian Huss